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Kirchen auf Madeira – Geschichte, Glaube und Architektur entdecken

Die Kirchen auf Madeira gehören zu den schönsten kulturellen Sehenswürdigkeiten der Insel. Wer Madeira abseits von Natur und Wanderwegen erleben möchte, entdeckt in den historischen Kirchen, Kapellen und Wallfahrtsorten faszinierende Einblicke in Religion, Kunst und Architektur. Von prachtvollen Altären in Funchal bis zu kleinen Kirchen in Bergdörfern erzählt jedes Gotteshaus ein Stück der madeirensischen Geschichte und macht die spirituelle Seite der Insel hautnah erlebbar.

 

 

Kirchen in Funchal


Kathedrale von Funchal

Die Kathedrale von Funchal (Sé Catedral de Nossa Senhora da Assunção) ist eines der wichtigsten historischen Bauwerke der Insel Madeira und ein echtes Highlight im Zentrum der Hauptstadt Funchal. Sie wurde Ende des 15. Jahrhunderts unter König Manuel I. erbaut und 1514 zur Kathedrale erhoben, als Funchal zum Bischofssitz wurde.

Geschichte

  • Der Bau begann Ende des 15. Jahrhunderts während der frühen Kolonialzeit Madeiras und war zu Beginn des 16. Jahrhunderts weitgehend abgeschlossen.
  • 1514 wurde die Kirche geweiht und zur Kathedrale erhoben, womit sie zum wichtigsten religiösen Zentrum des Archipels wurde.

Architektur

  • Die Kathedrale vereint gotische und manuelinische Stilelemente, was sie architektonisch besonders reizvoll macht.
  • Von außen wirkt das Gebäude eher schlicht, doch im Inneren beeindrucken vergoldete Holzschnitzereien und eine kunstvolle Holzdecke im Mudéjar-Stil aus heimischem Holz

Innenraum und Kunst

  • Besonders sehenswert sind der reich gestaltete Hochaltar aus der Zeit König Manuel I. sowie zahlreiche sakrale Kunstwerke von hohem historischem Wert.
  • Die geschnitzte Holzdecke mit Elfenbeineinlagen gilt als eine der schönsten Arbeiten ihrer Art in Portugal.

Kirche von S.Martinho

Die Kirche von São Martinho ist die Pfarrkirche des gleichnamigen Stadtteils von Funchal und liegt etwas oberhalb des Lido‑Gebiets – ideal als Zwischenstopp bei Ausflügen oder E‑Bike‑Touren an der Südküste Madeiras. Sie ist dem heiligen Martin von Tours geweiht und gehört zu den wichtigen Gemeindekirchen im Süden der Insel.

Geschichte

  • Die heutige Kirche São Martinho stammt aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und ersetzte eine frühere, kleinere Kapelle in diesem Gebiet
  • Sie wurde auf Initiative von Afonso Anes in der Nähe der alten Einsiedelei São Martinho gegründet und ist bis heute ein lebendiger religiöser Treffpunkt für die Gemeinde.

Architektur

  • Der Bau zeigt typische barocke und frühneuzeitliche Elemente, mit einer klar gegliederten Fassade und steinernen Dekorelementen.
  • Im Inneren fallen reich verzierte Altäre, sakrale Gemälde und traditionelle portugiesische Fliesen auf, die dem Raum eine warme und festliche Atmosphäre verleihen.

Innenraum und Feste

  • Besonders hervorzuheben sind der vergoldete Hauptaltar, Fresken und Gemälde, die das Leben und die Legende des heiligen Martin darstellen.
  • Rund um die Kirche findet jedes Jahr im November eines der bekanntesten Gemeindefeste Madeiras statt, das Fest zu Ehren von São Martinho, mit Wein, Kastanien und viel lokaler Tradition.

Kirche von Monte

Die Kirche von Monte, die Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte, gehört zu den bekanntesten Sakralbauten Madeiras und liegt malerisch oberhalb von Funchal im Ort Monte. Von hier genießen Besucher einen weiten Blick über die Stadt und die Bucht von Funchal, was den Kirchenbesuch ideal mit einem Ausflug per Seilbahn oder Korbschlitten verbindet.

Geschichte

  • Die erste Kapelle an diesem Ort stammt aus dem 15. Jahrhundert, die heutige Kirche wurde ab 1741 erbaut.
  • Nach einem Erdbeben 1748 musste der Bau neu errichtet werden; die feierliche Einweihung erfolgte am 20. Dezember 1818.

Architektur

  • Die Kirche zeigt typische Architekturformen des 18. und frühen 19. Jahrhunderts mit einer eindrucksvollen Freitreppe, die zu drei Bogengängen und dem Hauptportal führt.
  • Das Hauptschiff wird von zwei Glockentürmen flankiert, und an der Fassade sind der dunkle, unverputzte Tuffstein und dekorative Steinelemente besonders charakteristisch.

Innenraum und Bedeutung

  • Im Inneren dominieren eine schlichte, aber stimmungsvolle Gestaltung, kunstvolle Altäre und sakrale Kunstwerke, darunter eine Marienstatue am Hochaltar.
  • In der Kirche befindet sich auch das Grab von Kaiser Karl I. von Österreich.

College-Kirche

Die Colégio‑Kirche in Funchal, die Kirche São João Evangelista, zählt zu den eindrucksvollsten Barockkirchen Madeiras und liegt direkt im historischen Zentrum von Funchal. Sie wurde im 17. Jahrhundert als Jesuitenkirche erbaut und markiert den Übergang vom internationalen Manierismus zum portugiesischen Barock.

Geschichte

  • Der Jesuitenorden ließ die Kirche im 17. Jahrhundert als Teil des damaligen Kolleggebäudes errichten, das lange Zeit eines der größten Bauwerke Madeiras war.
  • Nach der Aufhebung des Jesuitenordens ging die Kirche in den Besitz des Bistums über und wird bis heute als Pfarr- und Konzertkirche genutzt

Architektur

  • Die Fassade wirkt relativ schlicht mit ihrer zweifarbigen Gestaltung und Nischen mit Figuren bedeutender Jesuitenheiligen, ist aber klar im Stil des späten Manierismus.
  • Im Inneren entfaltet sich ein reich dekorierter Raum mit vergoldeten Holzaltären, aufwendigen Deckenmalereien und typisch portugiesischen Azulejos, die zu den schönsten der Stadt zählen.

Innenraum und Kunst

  • Der Hochaltar mit seiner üppigen Vergoldung, die Seitenkapellen und die zahlreichen Gemälde bieten einen eindrucksvollen Einblick in die Sakralkunst des 17. und 18. Jahrhunderts.
  • Besonders bemerkenswert sind die barocken Kapellen mit geschnitzten Altären, blau-weißen Fliesentafeln und Fresken, die die spirituelle Pracht der Gegenreformation widerspiegeln.